Am Montag ging es los. Mittags war ich noch bei meiner Frauenärztin, da ich bereits eine Woche über dem ET war. Auf dem Stuhl ging dann prompt der Schleimpfropf ab. Das CTG war aber noch ziemlich unauffällig, ein paar kleine Wehen, kein eindeutiger Hinweis, dass es losgeht.
Zuhause habe ich dann um 14.00 angefangen, den Liter Hebammentee zu trinken. Nach einer Stunde wurde mir ziemlich übel, ich hab mich auf die Couch gelegt und die Augen zugemacht. Gegen 17:00 Uhrfingen dann auch die ersten Wellen unregelmäßig und gut aushaltbar an. Mein Freund und ich haben dann zusammen auf der Couch gelegen und unser Abendprogramm geschaut (First Dates und Perfektes Dinner) und zwischendurch zu Abend gegessen. Um 21:30 Uhr ca fingen die Wellen an, im Abstand von 8-10 Minuten zu kommen, woraufhin wir um 21:57 Uhr den Bereitschaftsdienst des Geburtshauses anriefen. Carmen hatte Dienst. Sie würde mich auch im Wochenbett zuhause betreuen. Sie riet uns uns noch was auszuruhen und uns zu melden, sobald die Wellen intensiver und der Abstand zwischen ihnen kürzer wird. Also haben wir uns zurück ins Bett gelegt. Da ich jedoch nicht schlafen konnte, bin ich gegen 22:45 in die warme Badewanne gestiegen um mit der “friedlichen Geburt” den Wellen entspannt zu begegnen. Um 23:45 Uhr stieg ich aus der Wanne aus, die Wellen wurden intensiver und der Abstand verkürzte sich auf alle 2-3 Minuten. Um 00:20 Uhr riefen wir Carmen erneut an und wir vereinbarten uns um 01:00 Uhr im Geburtshaus zu treffen. Dirk rief in der Zwischenzeit unsere Geburtsfotografin an, die uns auf dieser Reise begleiten sollte. Als wir dann im Geburtshaus ankamen, bot Carmen uns an uns noch ein bisschen ins Bett zu legen und uns auszuruhen. Um 01:45 Uhr bat ich Carmen die Badewanne einzulassen, in die ich mich sehr gerne gelegt habe. Das warme Tuch auf meinem Bauch half mir mich in den Wellenpausen besser zu entspannen und auch die Wellen auszuhalten. Nach einer Weile wechselte ich die Position, die Schwerkraft sollte unterstützen. Leider hat mein Baby dabei ein wenig Stress bekommen, sodass ich aus der Wanne und ins Bett wechselte. Mein Baby entspannte sich direkt wieder. Die erste Muttermund Messung saget 6 cm. Es folgten Positionswechsel, mal wieder in der Wanne, mal außerhalb der Wanne; von der tiefen Hocke über den Gebärhocker, der Hirtenstand, am Seil, an meinen Freund angelehnt, Kreuzgriff mit Carmen, wieder in die Wanne, wieder raus aufgrund Stress des Babys. Mittlerweile waren sowohl Alina als zweite Hebamme als auch Sophie, die Studentin, anwesend. Am Ende war es die Seitenlage im Bett, in der sowohl mein Baby als auch ich am besten zurecht kamen. Die Presswehen haben sich ewig angefühlt. Um es meinem Baby leichter zu machen, sollte ich auf Toilette die Blase entleeren. Das konnte ich nicht und so wurde ich das erste Mal einmalkatheterisiert. Um 11:28 Uhr wurde meine kleine Anna als Sterngucker in Carmens Hände geboren und wurde mir direkt in die Arme gelegt. Ihr Hämatom am Kopf zeigt die schwere Reise, die auch sie hinter sich gebracht hat um uns kennenzulernen.
Um die Nachgeburt zu unterstützen setzte ich mich auf den Gebärhocker und presste leicht. Dadurch glitten lediglich Koagel in die Auffangwanne. Auch der Versuch die Blase auf der Toilette zu entleeren und damit auch die Plazenta aufzufangen, scheiterte. Mein Kreislauf machte nicht mehr so gut mit und so half wieder nur der Einmalkatheter. Da die Plazenta immer noch nicht rauskam und drei Hebammen der Meinung waren, dass sie sich noch nicht gelöst hat, wurde dann der RTW bestellt und meine Verlegung ins Mutterhaus organisiert. Im Kreissaal angekommen überprüfte die OÄ noch einmal, ob die Plazenta sich nicht doch noch so gebären lässt, entschied dann aber rasch, dass sie operativ entfernt werden muss. Nach der Blutentnahme wurde ich noch auf der Rettungsdiensttrage in den OP gefahren. Mein Freund war mittlerweile schon mit unserem Baby im Kreissaal angekommen und wir konnten uns noch ganz kurz sehen. Nach der OP musste ich 4h im Aufwachraum hoffen, dass ich auf die Wöchnerinnenstation verlegt werden kann, auf der Dirk bereits das Familienzimmer reservieren konnte. Mein HB war ziemlich niedrig und da ich bereits leicht übersäuert war, tat die OÄ der Anästhesie sich schwer mit der Entscheidung. Letztendlich durfte ich zu Dirk und unserer Anna und wir haben die Nacht zusammen im Familienzimmer verbracht.
Eure Karina
