Wir haben uns bei der Geburt unseres ersten Kindes für das Geburtshaus entschieden, da uns eine private Atmosphäre und eine 1:1-Betreuung besonders wichtig waren. Bereits in der Schwangerschaft konnten wir alle Hebammen kennenlernen und im Vorfeld unsere Vorstellungen und Sorgen besprechen. Dadurch habe ich mich sehr gut vorbereitet und aufgehoben gefühlt.
Am Mittwochabend hat Ronja noch eine wehenfördernde Akupunktur durchgeführt und knapp 12 Stunden später, in den frühen Morgenstunden am Donnerstag, gingen dann die ersten richtigen Wehen los. Wir haben uns für mittags mit Carmen im Geburtshaus verabredet, wo sie mich zunächst untersucht hat. Da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt erst minimal geöffnet war, sind wir noch einmal nach Hause gefahren und etwa sechs Stunden später erneut ins Geburtshaus gefahren.
Dort durfte ich dann auch gleich in die Wanne, in der ich die Eröffnungswehen und später auch die ersten Presswehen verbracht habe. Carmen hat sich dabei immer im Hintergrund gehalten, war aber sofort da, sobald wir sie gebraucht haben.
Als es nach knapp zwei Stunden Presswehen noch nicht wirklich weiterging, hat Carmen mich erneut untersucht und festgestellt, dass der Kopf unserer Tochter schief gerutscht war. Ich musste deshalb aus der Badewanne heraus – ein kleiner Schockmoment, da auch eine Verlegung im Raum stand. Carmen und Alina konnten durch Rütteln des Beckens jedoch die Position des Köpfchens korrigieren, sodass unsere Tochter kurz darauf am Freitag Morgen doch wie erhofft im Geburtshaus geboren werden konnte.
Die Geburt lief damit nicht ganz wie geplant, aber da die Hebammen souverän und schnell reagiert haben, hat letztendlich alles gut funktioniert. Wir sind sehr dankbar, dass wir so gut und individuell betreut gebären durften.
Besonders positiv in Erinnerung ist auch das Bonding und die Versorgung nach der Geburt geblieben. Es war ein sehr liebevoller und wertschätzender Umgang und dadurch ein wunderschöner Moment mit unserer Tochter.
Rückblickend würde ich mich immer wieder dafür entscheiden, im Geburtshaus zu entbinden. Trotz unserer kleinen Komplikation konnte ich jederzeit selbstbestimmt entscheiden. Und als ich mit dem Kopfschiefstand überfordert war, haben die Hebammen die Führung übernommen und mir dadurch Sicherheit gegeben.
Auch das abschließende Gespräch einige Wochen nach der Geburt war für mich sehr hilfreich. Ich konnte noch einmal genau verstehen, was wann passiert war, offene Fragen klären und gleichzeitig die Geburt noch einmal Revue passieren lassen& mich an diesen besonderen Tag erinnern.
